Selbst den Schalter umlegen

27.09.2020: Stronghouse-Projekt soll Motivation zum Energiesparen erhöhen

BREMERHAVEN. Auf welche Weise lassen sich Hauseigentümer und Mieter dazu motivieren, Heizenergie und damit das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) einzusparen? Antworten auf diese Fragestellung soll das Projekt Stronghouse liefern, für das das städtische Klimastadtbüro eine Partnerschaft mit der Universität Vechta eingegangen ist. Gemeinsam mit dem Förderwerk und dem Kooperationsprojekt Wunderwerft der Quartiersmeisterei Lehe suchen die Akteure 200Haushalte, die bei dem Projektmitmachen.

Die lokalen Aktivitäten sind dabei eingebettet in einen größeren Rahmen: Am Stronghouse-Projekt sind mehr als ein Dutzend Partner aus sechs Ländern der Nordseeregion beteiligt. Behörden, Wissensinstitute, Unternehmen und öffentliche Dienstleister wollen im Rahmen der Zusammenarbeit Wissen und Fachkenntnisse zusammenführen, um den „ökologischen Fußabdruck“ von Häusern zu verringern. Gefördert wird das Projekt über das EU-Programm Interreg VB Nordsee.

„Bei uns in Bremerhaven ist vor allem das Thema Wärme interessant“, erläutert Till Scherzinger, Leiter des Klimastadtbüros. „Die Heizenergie hat einen erheblichen Anteil an den CO2 Emissionen, die in der Stadt ausgestoßen werden.“ Technisch seien Einsparungen leicht zu erreichen. Aber es fehle oft an der Umsetzung. „Die Frage ist also, wie man Energie durch Verhaltensänderungen sparen kann“, ergänzt Vivien Breitrück von der Universität Vechta. Ziel des Projektes sei es, Bürgern vor Ort auf einfache Weise Energieeinsparmöglichkeiten aufzuzeigen und sie zum Sparen zu bewegen.„ Deshalb suchen wir in Bremerhaven und den umliegenden Gemeinden interessierte Bürger, die wissen wollen, wie viel Energie sie eigentlich mitwelchen Geräten verbrauchen.“ Mieter einer Sozialwohnung seien ebenso willkommen wie Einfamilienhausbesitzer. Als technisches Hilfsmittel einsetzen wollen die Initiatoren zunächst eine Smartphone App, mit deren Hilfe sich ganz leicht Energieverbräuche erfassen lassen. In einem zweiten Schrittkönnten später intelligente Messsysteme (sogenannte Smart-Meter) hinzukommen. „Auf die Technik haben wir uns aber noch nicht festgelegt“, sagt Breitrück.


Unterstützen bei der Akquise von Teilnehmern will das Förderwerk. „Wir beraten ohnehin einkommensschwache Haushalte zum Thema Energiesparen“, sagt Projektleiter Michael Runge. Das Förderwerk ist Kooperationspartner des Bundesprojekts „Stromsparcheck“. Das Stronghouse-Projekt soll auch dazu dienen, herauszufinden, welche Maßnahmen von den Nutzern am besten angenommen werden.

Die Wunderwerft als weiterer Partner soll hingegen dabei helfen, kulturelle und sprachliche Barrieren zu überwinden. „Wir haben viele Kontakte zu Geschäftsinhabern, die teilweise auch im Umfeld wohnen“, sagt Wunderwerft-Leiter Felix Liebig. Die Geschäftsinhaber könnten bei dem Projekt auch als Multiplikatoren wirken.
(Artikel aus dem Sonntagsjournal vom 27.09.2020, Autor: Christian Heske)

Stronghouse-Projekt: Informationen und Anmeldung im Klimastadtbüro unter Tel. 0471/3083280 und per E-Mail: dialog@klimastadt-bremerhaven.de

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