Projekt Klimameile startet

Die Alte Bürger nimmt Kurs auf das Ziel „klimaneutrales Quartier“

Bunt, urban, lebendig und zukünftig klimagerecht mit keinerlei fossilen CO2-Emissionen: Das Bremerhavener Klimastadtbüro geht in und um die Bürgermeister-Smidt-Straße mit dem Projekt „Klimameile - Alte Bürger“ an den Start. Neben der energetischen Quartierssanierung bietet das Projekt der Bevölkerung Beratung, Förderung und vielfältige Veranstaltungen und Angebote zum klimagerechten Wohnen und Leben in der Stadt. // Online-Auftaktveranstaltung am 25. März.

Den fossilen CO2-Ausstoß senken, den öffentlichen Raum für die Anwohnerinnen und Anwohner öffnen, sich austauschen und über die Klimawirkungen eigener Gewohnheiten ins Gespräch kommen – mit diesen Bausteinen soll in der „Klimameile – Alte Bürger“ in den nächsten Monaten auf das Ziel hingearbeitet werden, die „Alte Bürger“ in nicht allzu ferner Zukunft zu einem klimaneutralen Quartier zu machen. Till Scherzinger, der Leiter des Klimastadtbüros: „Die „Klimameile – Alte Bürger“ ist unser lang gehegtes Wunschprojekt. Wir wissen längst um die zahlreichen Initiativen in der Alten Bürger, die teils schon seit den 90ern eine klimagerechte Entwicklung ihres Viertels antreibenden. Das wollen wir stützen. Das Konzept „Klimameile - Alte Bürger“ wird ihnen ganz sicher neue Entfaltungsräume öffnen helfen. Der Quartiersmeister der Alten Bürger und ich würden uns jedenfalls sehr freuen, wenn die Menschen im Quartier unsere Einladungen zur Beteiligung annähmen und das integrierte energetische Sanierungskonzept „Klimameile - Alte Bürger“ zu ihrem Konzept machen wollen.“

Gebäude verursachen in Deutschland etwa 35 Prozent des Endenergieverbrauchs und etwa 30 Prozent der fossilen CO2-Emissionen. Wer diese fossilen Emissionen auf null fahren und hart in die Energiewende steuern möchte, wird in sehr naher Zukunft damit beginnen müssen, den gesamten Gebäudebestand energetisch zu optimieren und dessen Energieversorgung zu verändern. Ohne Mitnahme der Bewohner von Wohngebäuden wird das nicht gut gehen. Die Alte Bürger ist dafür ein unbestritten gut geeignetes Reallabor. Hier hofft das Klimastadtbüro einiges in der Umsetzung von Null-Emissionen im Baubestand sichtbar werden lassen zu können. Die gewonnenen Erkenntnisse will das Klimastadtbüro dann zügig auf weitere Quartiere in Bremerhaven übertragen. In der Alten Bürger und den angrenzenden Straßen gibt es bei vielen Häusern ein großes Modernisierungspotenzial, andere sind bereits auf einem hohen Niveau saniert. Welche Möglichkeiten und Hemmnisse es in einer Bestandsbebauung mit mehrgeschossigen Häusern aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts auf dem Weg zum „Null-Emissions-“ oder „Plus-Energie-Haus“ gibt, wie und ob z. B. Eigen-Energieerzeugung und möglicherweise nachbarschaftliche Energieversorgungslösungen dabei wirksame Maßnahmen sein können, das möchte die „Klimameile“ mit ihrem Programm für Bremerhaven ausloten.

Die Mitwirkung der Bremerhavenerinnen und Bremerhavener sowie der Eigentümerinnen und Eigentümer der Gebäude rund um die „Alte Bürger“ nimmt von vorne herein einen hohen Stellenwert im Projekt ein. Deshalb arbeiten das Klimastadtbüro und die Quartiermeisterei „Alte Bürger“ bei der Konzepterstellung und ganz besonders in der Beteiligung der Anwohner eng zusammen. Mit der Ausarbeitung und Umsetzung des umfangreichen Öffentlichkeitsarbeits-Paketes wurde die Agentur für Umweltkommunikation ecolo in Bremen beauftragt. Die energetischen Berechnungen im Quartier und das CO2-Monitoring führt die Klima und Energieeffizienz Agentur (KEEA) aus Kassel durch. Sie wird in der kommenden Woche im Auftrag des Klimastadtbüros zunächst eine Bestandsaufnahme im Quartier durchführen. Damit werden nach und nach die Grundlagen für ein energetisches Quartierskonzept erarbeitet, das die Firma BauBeCon federführend fertigstellen wird. Teil des integrierten energetischen Sanierungskonzeptes werden individuelle Energieberatungen zur zusätzlichen Erstellung ausgewählter Gebäudekonzepte sein. Mit Abschluss des von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und aus dem Interreg Nordseeprogramm durch das Projekt Stronghouse bezuschussten integrierten energetischen Quartierskonzeptes „Klimameile - Alte Bürger“ wird das Klimastadtbüro einen Anschlussantrag an die KfW für ein Sanierungsmanagement im Quartier stellen.

Am 25. März findet eine Online-Auftaktveranstaltung der Projektpartner Klimastadtbüro, BauBeCon, KEEA und ecolo für Bürgerinnen und Bürger, Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Kultur- und Gewerbetreibende statt. Hier sollen die Ideen des Projekts Klimameile vorgestellt und gemeinsam ein Fahrplan für die kommenden Monate entwickelt werden. das Auftragnehmerkonsortium ist froh darüber, dass auch Quartiersmeister Jens Rillke, der viele Menschen vor Ort persönlich kennt und ihr Engagement seit Jahren begleitet hinter diesem Projekt steht. Informationen hierzu erhalten die Anwohner und Eigentümer rechtzeitig per Post sowie über die Webseite der Quartiersmeisterei „Alte Bürger“ www.diealtebuerger.de und des Klimastadtbüros www.klimastadt-bremerhaven.de .

Das in Bremerhaven bisher einzigartige Projekt „Klimameile“ begrüßt auch Dr. Susanne Gatti, Umweltdezernentin im Bremerhavener Magistrat, die darauf hofft, dass die positive Entwicklung im Viertel weitere Unterstützung bekommt: „Die Alte Bürger hat sich Dank kreativer Köpfe und engagierter Menschen zu einem lebhaften, individuellen Quartier mit tollen Angeboten entwickelt, in dem die Menschen gerne wohnen und ihre Freizeit verbringen. Mit der „Klimameile – Alte Bürger“ unter dem Ziel ‚Klimaneutralität‘ entsteht ein Projekt, dass auch Vorbild für andere Stadtteile in Bremerhaven sein kann. Ich bin daher hoch erfreut, dieses Projekt, das in der Zeit meines geschätzten Vorgängers Hans-Werner Busch als Idee seinen Anfang nahm, in die Umsetzung und Fertigstellung begleiten zu können. Erfreulicherweise fordert sogar der Koalitionsvertrag die Umsetzung dieses Projektes noch in dieser Legislaturperiode. So viel Einigkeit herrscht nicht immer.“

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