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Ein Mann für Lösungen

Der Diplom-Geograph mit Schwerpunkt Verkehrsgeografie und Mobilität ist ein echter Klimakopf. Denn Stefan Rößler ist einer, der gern über den Tellerrand blickt und interdisziplinär denkt. In seiner Diplomarbeit zum Thema Car-Sharing war ihm besonders die Anwendbarkeit wichtig. Seine Nebenfächer waren Soziologie und Politikwissenschaften.

Herr Rößler, da wir uns heute auf das Thema Mobilität konzentrieren – worin besteht eigentlich Ihre Aufgabe bei der Verkehrsplanung?

Meine und die Aufgabe meiner Mitarbeiter ist es, Bremerhaven für alle Verkehrsteilnehmer attraktiver und sicherer zu machen und dafür zu sorgen, dass sich alle gleichberechtigt und klimabewusst in der Stadt bewegen können. Wir analysieren Probleme anhand von Unfallberichten, wissenschaftlichen Gutachten sowie in Zusammenarbeit mit Fachleuten. Dabei gehen wir auch auf die Straße, um uns vor Ort ein Bild zu machen, Zählungen durchzuführen und um ortsangepaßte Lösungen zu entwicklen, die selbsterklärend sind.

Was sind für Sie dabei die größten Herausforderungen?

Im Gegensatz zu früher, als das Auto an erster Stelle bei der Verkehrsplanung stand, ist heute klar, dass das politisch gesteckte Ziel der CO2-Reduktion um 40 Prozent bis 2020 nur dann erreicht werden kann, wenn anstelle des Autos öfter umweltverträgliche Verkehrsmittel genutzt werden. Herausforderungen sind, dass wir zum einen mit recht geringen finanziellen Mitteln arbeiten und zum anderen immer die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer im Blick haben müssen. Dabei widersprechen sich die Anforderungen und Ansprüche teilweise. Ein Beispiel: allein das Thema »Barrierefreiheit« bedeutet, dass Sehbehinterte Kontraste benötigen, Blinde akustische Orientierung und dazu noch Kanten oder andere taktile Orientierungshilfen. Rollstuhlfahrer können Kanten jedoch nicht gebrauchen. Und da wird es schwierig. Außerdem ist die Erhaltung der Mobilität im Alter ein ganz wichtiger Aspekt für unsere Planung. Und alles, was wir heute planen oder umsetzen, muss auch in Jahrzehnten noch sinnvoll sein. Darum beschäftigen wir uns damit, wie Mobilität in Zukunft aussehen kann.

Verkehrssicherheit ist nicht nur Arbeit für Sie. Was möchten Sie als Mitglied der Verkehrswacht einfach mal loswerden?

Sicherheit durch Sichtbarkeit! Wer sich auffällig und erkennbar kleidet, lebt viel sicherer und wird von anderen Verkehrsteilnehmern besser wahrgenommen. Daraus würden auch die Unfälle mit Personenschaden zurückgehen – das ist unser großes Ziel! Darüber hinaus wird es grundsätzlich Zeit, Routinen aufzubrechen und zum Beispiel einfach eine Minute früher zur Arbeit aufzubrechen – und schon läuft der Fahrtweg entspannter ab. Wir arbeiten täglich daran, dass die Mobiliätsangebote und -möglichkeiten in Bremerhaven immer besser werden – jetzt ist es wichtig, dass auch immer mehr Bürger diese Angebote nutzen und sich bewusst dafür entscheiden, die klimapolitischen Ziele zu realisieren, auch wenn dies eine gewisse Änderung von Gewohnheiten erfordert.

Was würden Sie sich für die Klimastadt Bremerhaven in Zukunft wünschen?

Ich würde mir mehr gegenseitige Rücksichtnahme wünschen und mehr Respekt der Verkehrsteilnehmer untereinander. Gleichzeitig ist auch mehr Verständnis notwendig, dass sich lieb gewordene Dinge ändern müssen.

Kontaktadresse
Dipl.-Geogr. Stefan Rößler
Stadtplanungsamt
Verkehrs- und Flächennutzungsplanung
Postfach 21 03 60 | 27524 Bremerhaven
Fährstraße 20, Technisches Rathaus, Zi. 111 | 27568 Bremerhaven
Tel.: 0471-590 32 26
stefan.roessler@magistrat.bremerhaven.de

 

Klimastadtbüro

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Telefon 0471 308 32 80, E-Mail dialog@klimastadt-bremerhaven.de

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