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Moor-Meile um den Stadtteil

Theme/Rubrik: Tourismus TourismusAnzahl der Kommentare: 0 Beitrag von: Geschäftsstelle Klimastadt Geschäftsstelle Klimastadt

Leherheider wollen neues Landschaftsschutzgebiet entlang der Autobahn und großen grünen Rundlauf

Artikel aus der Nordsee-Zeitung, vom 26. Februar 2014

Von Susanne Schwan
LEHERHEIDE. Eine nahtlos grüne Naturerlebnis- Meile zum Wandern und Radeln rings um fast den ganzen Stadtteil herum: Die Leherheider wollen ihren Grün-Gürtel aus Wald und Moor dauerhaft vor Bebauung sichern und mit einem gut 12 Kilometer langen Rundweg vom Bad 1 bis zum Wasserwerkswald als Naherholungs-Oase ausweisen. Zunächst aber soll der schmale Streifen „Urwald“ parallel zur Autobahn zum Landschaftsschutzgebiet erklärt werden.

»Definitiv endlich mal eine produktive Idee, das Gebiet zu schützen – nach der Klopperei wegen des Tunnels.« Stefan Bilkau (42)

Wenn schon das grüne Gelände längs der Ferdinand-Lassalle-Straße als Baugebiet „Waldviertel“ von der Gewoba vermarktet werde, müsse der Moor-Wald unmittelbar dahinter vor Eingriffen geschützt werden, „als Erholungsgebiet in dieser Betonstadt ist der einmalig“, betont Alt-Leherheider Wilhelm Borgwart. „Deswegen“, hakt Holger Welt vom SPD-Ortsverband ein, „wollen wir diesen 300 Meter breiten, rund drei Kilometer langen Natur-Streifen vom Helene-Kaisen-Haus bis rauf zum Kranshörenweg unter Schutz stellen lassen.“ Damit nicht „in zehn Jahren einer auf die Idee kommt, dort noch mehr Parkplätze oder Häuser zu bauen.“ Man habe, sagt Christel Born, „am Tunnel gesehen, wie da Flächen zack-zack abgeholzt wurden. Das wollen wir hier langfristig verhindern.“

» Ich finde es wichtig auch für meine beiden Kinder, dass hier mehr geschützte Natur bleibt, mehr Freiheit. « Veronika Huber (25)

Der schmale Herbert-Ritze-Weg führt von der Straße aus mitten hinein in das wilde, moorige Areal, das die Leherheider gern als „ihren“ Beitrag zur Klimastadt Bremerhaven bewahren wollen. Denn als Landschaftsschutzgebiet sind die Hürden gegen Eingriffe viel höher als ohne Schutz. Ein Gedanke, der seit den 60er Jahren immer wieder aufkam, aber erst jetzt rechnen sich die Bürger Chancen auf Erfolg aus, seit der einst als „Legoland“ verrufene Stadtteil auf Natur baut:

im Norden hat das beantragte Landschaftsschutzgebiet In den Plättern inzwischen grünes Licht vom Umweltsenator in Bremen;
das Areal Erikasee wird für knapp 800 000 Euro – zur Hälfte Dank EU-Mitteln – aufgewertet;
für Thieles Garten ist der Status als Naturdenkmal beantragt;
das Biotop „Agenda-Wald“ am Neuemoorweg wächst weiter;
der Wasserwerkswald ist ohnehin beliebtes Spaziergebiet.

Offen bleibt zwar bislang die Frage, wann das Fehrmoor an der niedersächsischen Landesgrenze renaturiert wird – die Rettung des letzten Hochmoores im Land Bremen ist Teil des Koalitionsvertrags –, aber zumindest mit einem Wanderweg soll es mit dem Feuchtgebiet entlang der Autobahn unmittelbar verknüpft sein.

» So ein grüner Gürtel ist toll. Ich bin hier großgeworden und will nie weg. Darum bin ich sehr für den Schutz. « Lutz Hohmann (35)

Ein Netz aus Pfaden durchzieht diesen Zipfel des Moores, der noch Spuren einstigen Torfabbaus zeigt. „Bis zum Erikasee ist ja schon ein Weg da“, sagt der Naturfreunde-Trupp und stapft den Pfad zwischen Birken längs. „Erst vom See bis rauf zum Kranshörenweg“, so Welt, „müsste eine schmale Schneise neu angelegt werden.“ Ab dort schließen sich alte Wirtschaftswege durchs Weideland westwärts bis zum Drangstedter Weg an. „Ein durchgängiger, ausgeschilderter Rundweg durch geschütztes Gebiet bis zum Wasserwerkswald“, sagt Anke Matrian, „das ist reizvoll für alle Generationen.“

Die Meinung von Susanne Schwan

Verfahren zur Unter-Schutz-Stellung ziehen sich hin. Seit zwei Jahren läuft der Antrag auf Schutz des urzeitlichen Plättern-Gebiets, braucht aber „wegen angespannter Personalsituation bei der obersten Naturschutzbehörde“ noch Geduld, heißt es aus dem Umweltamt. Es ist klug von den Leherheidern, jetzt vorzustoßen mit einem weiteren Schutzantrag und einem Moor-Rundweg – damit „Klimastadt“ kein Lippenbekenntnis bleibt. A propos: Es ist längst Halbzeit für die Koalition, aber bei der Wiedervernässung des Fehrmoors herrscht weiterhin Schweigen im Walde.

 

Weitere Artikel finden Sie unter www.nordsee-zeitung.de

News vom 28.02.2014

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