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Bautücken mit Lösungen begegnen

Theme/Rubrik: Bauen & Sanieren Bauen & SanierenAnzahl der Kommentare: 0 Beitrag von: Geschäftsstelle Klimastadt Geschäftsstelle Klimastadt

Klimaschutzsenatorin Dr. Maike Schaefer war zu Gast in Bremerhaven

Klimaschutzsenatorin Dr. Maike Schaefer war am vergangenen Mittwoch auf Einladung der Klimastadt-AG „Bauen und Sanieren“ zu Gast in Bremerhaven. Bei einem Rundgang durch das Goetheviertel informierte sie sich über Vorzeigeprojekte der Arbeitsgruppenmitglieder im Quartier, lokale Initiativen und über geologische sowie historisch bedingte Herausforderungen bei Bauvorhaben in der Seestadt.

 

Für ihren Besuch hatte sich Maike Schaefer, Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, viel Zeit genommen und ging mit Akteuren der Arbeitsgruppe auf Besichtigungstour. Ein erster Stopp wurde am Schulzentrum Geschwister Scholl eingelegt. Der Komplex wurde von Seestadt Immobilien mit Fördermitteln des Bundes energetisch saniert. Im Anschluss führten die Gastgeber die Senatorin durch das Goetheviertel. Der einstige soziale Brennpunkt blüht derzeit auf. Private Investoren, aber auch die Städtische Wohnungsgesellschaft Bremerhaven (STÄWOG) engagieren sich im Quartier. Leerstehende Häuser – zum Großteil aus der Gründerzeit – werden gekauft und umfassend saniert. „Das soll neue Bewohner anziehen und den gesamten Stadtteil beleben“, erklärte Sieghard Lückehe, Geschäftsführer der STÄWOG. Nach der Modernisierung der Goethestraße 45 in ein Kreativhaus mit Kunstgalerie und Coworking-Bereich, das nun Menschen aus der Kreativszene, Kindern und Künstlern Angebote und Raum bietet, werden weitere Bestandsbauten zu Mehrgenerationenhäusern und einem Studierendenwohnheim umgenutzt – und zwar nach dem Niedrigenergiehaus-Standard. Maike Schaefer betonte, der Stimmungswandel im Goetheviertel sei spürbar und die Aufwertung deutlich zu sehen.

„Bauvorhaben in Bremerhaven unterliegen besonderen Hausforderungen und das ist historisch begründet“, erklärte Heinfried Becker von energiekonsens, Sprecher der Arbeitsgruppe „Bauen und Sanieren“. Schwieriger Baugrund sorgte dafür, dass die Stadt baulich spät wuchs. Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgte eine rasante Bevölkerungsentwicklung. Aufgrund des Platzmangels und hoher Grundstückspreise wurde sofort in die Höhe gebaut. „Wer in Bremerhaven ein Haus errichtet, muss für die Gründung zum Teil über 20 Meter in die Tiefe gehen“, so Heinfried Becker, der ergänzte: „Wegen des schwierigen Bauuntergrunds und einer aus heutiger Sicht einfachen, risikoreichen Gründung ohne ausreichender Tiefe sind viele Altbauten mit vier oder fünf Stockwerken schief abgesackt. Das macht nicht nur energetisches Sanieren, sondern alle Umbauten schwieriger und teurer. Ein eventueller Abriss ist allerdings oft unmöglich, ohne Nachbarimmobilien zu gefährden.“

Baukultur erhalten, das Klima schonen

Aus diesen Erfahrungen heraus hat sich vor nunmehr zehn Jahren die Arbeitsgruppe Klimastadt zusammengefunden. „Wir – ein Kreis von Bauschaffenden und -beratern sowie Experten aus der Forschung – tauschen uns aus, entwickeln innovative Ideen und finden gemeinsam Lösungen für Klimaschutz im Bau“, so der Bremerhavener Büroleiter von energiekonsens. Dass die Zusammenarbeit Früchte trägt, machte ein letzter Halt an der Wohnanlage Neuelandstraße 76-84 deutlich. Die STÄWOG unterzog den Gebäudekomplex aus den 50er Jahren einer Frischkur und wurde dafür mit dem Deutschen Bauherrenpreis 2018 ausgezeichnet. Die Wohnungen sind jetzt barrierefrei und bezahlbar, es gibt Gemeinschaftsräume sowie einen Wildblumengarten im Innenhof. Außerdem ist die Anlage mit Photovoltaik und Blockheizkraftwerk ausgestattet, über die 80 Prozent des Energiebedarfs der Mieter durch sauberen Strom abgedeckt werden. Hans-Joachim Ewert, technischer Leiter im Unternehmen betonte: „Mit der Sanierung konnten wir dazu beitragen, dass ein Stück Baukultur in Bremerhaven erhalten blieb. Außerdem hat es sich auch wirtschaftlich für uns gelohnt. Ein Neubau an dieser Stelle hätte das Doppelte gekostet.“ Klimaschutzsenatorin Maike Schaefer ermutigte die Akteure, auch weiterhin im Netzwerk an unterschiedlichen Fragestellungen zu arbeiten.

 

Bildunterzeile: Hatten vom Dach der Galerie Goethe 45 einen guten Ausblick auf das Stadtviertel: Maike Schaefer (M.) und Mitglieder der Klimastadt-AG (Foto: Antje Schimanke)

News vom 12.02.2020

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