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Die Stadt und der Klimawandel

Theme/Rubrik: Meldungen MeldungenAnzahl der Kommentare: 0 Beitrag von: Geschäftsstelle Klimastadt Geschäftsstelle Klimastadt

Wasserbehörde rechnet mit extremen Regenfällen – Überflutungskarte soll angelegt werden

BREMERHAVEN. Erst ist es lange trocken, dann tritt plötzlich Starkregen auf. Verheerende Überflutungen können die Folge sein. Der Klimawandel ist in vollem Gange. In den vergangenen Jahren sorgen starke Regenfälle immer wieder für Schlagzeilen. Bremerhavens Wasserbehörde arbeitet nun an einem Plan, wie die Stadt vor den Folgen geschützt werden muss.

 

Der Magistrat hat ein Papier beschlossen, in dem die Eckdaten einer Klimaanpassungsstrategie festgehalten sind. Es sei in erster Linie ein Handlungsrahmen für Politik und Verwaltung, aber auch dafür, dass die Bevölkerung selbst vorsorgen müsse, sagt Niels Jagsch, der Leiter der Wasserbehörde.

Durchschnittlich sind in den vergangenen 30 Jahren pro Jahr rund 760 Liter Regen in Bremerhaven gefallen. Nach ersten Untersuchungen zur Klimaanpassungsstrategie bestehe aber Grund zu der Annahme, dass auch in Bremerhaven künftig häufiger mit starken Regenfällen und dadurch entsprechenden Schäden zu rechnen sei, meint Jagsch. Geplant sei daher, möglichst zeitnah für das gesamte Stadtgebiet eine Überflutungsanalyse mit Extremszenarien zu entwickeln. „Wir müssen versuchen herauszufinden, wo genau sich bei Starkregen das Wasser zum Beispiel in tiefer gelegenen Bereichen sammelt“, so Jagsch. Die gefährdeten Gebiete würden dann in eine Überflutungskarte eingezeichnet. Ziel sei es, vorab zu gucken, wie auf solche Ereignisse reagiert werden könne, um katastrophale Folgen möglichst zu vermeiden.

„Überlegen müssen wir uns ja in der Zukunft, wie wir mit langen Dürrephasen und Wasserknappheit umgehen, und auf der anderen Seite mit Starkregenereignissen“, sagt Jagsch. Schließlich verändere der Klimawandel auch die Arbeit der Garten- und Landschaftsbauer. So wird inzwischen darauf geachtet, nur noch Bäume zu pflanzen, die längere Trockenperioden überstehen können. Denn Bäume helfen, wenn sich die Stadt aufheizt oder ein Starkregen niedergeht. Sie produzieren Sauerstoff, binden CO2, filtern Schadstoffe aus der Luft, sorgen für Kühlung und für Schatten, halten Regenwasser zurück.

Eine der Schlüsselmaßnahmen ist auch, die naturnahe Regenwasserbewirtschaftung im Stadtgebiet zu intensivieren. Eine Arbeitsgruppe soll ein Konzept entwickeln, das ungenutzte Rückhaltepotenziale identifiziert, freie Kapazitäten im Kanalnetz besser steuert und ausnutzt und Lösungen zur naturnahen Umgestaltung von Gewässern und zur Reaktivierung von Gräben aufzeigt, heißt es dazu in dem Papier zur Klimaanpassung.

Wenn bei Starkregen zu viel Wasser anfällt, „wird der Norden Bremerhavens über die Neue Aue in den Grauwallkanal entwässert, und für den Süden der Stadt ist die Geeste der Hauptvorfluter“, erklärt Jagsch. Nach einer langen Trockenheit werde mit dem Regenwasser dann aber auch der komplette Schmutz von den Straßen (Hundekot, Reifenabrieb, Zigarettenkippen) mitgeschwemmt. Folge: Es komme in den Gewässern immer wieder zu einem Fischsterben, „weil durch die Zersetzung der organischen Stoffe dem Wasser der Sauerstoff entzogen wird“, sagt Jagsch. „Also müssen wir gucken, ob es nicht möglich ist, diese Schwimmlast herauszufiltern, bevor sie den Vorfluter erreicht.“

Um die Stadt fit für Starkregen zu machen, müsse man auch überlegen, ob nicht bereits bei Bauanträgen Vorgaben gemacht werden können. „Auch im Straßenbau“, meint Jagsch. „Selbst eine Straße könnte zum Beispiel als Notentwässerungsweg genutzt werden.

Sie muss dafür nur ausgelegt sein.“ Bei der Umsetzung des Strategiepapiers zur Klimaanpassung sei man noch ganz am Anfang, unterstreicht er. Geplant sei aber in naher Zukunft ein Übungsszenario mit den Entsorgungsbetrieben. „Ob Bremerhaven im Moment für ein heftiges Starkregenereignis gewappnet ist, kann ich noch gar nicht sagen“, so Jagsch. „Deshalb bin ich gespannt, was herauskommt.“ (von Jürgen Rabbel)

 

(Die Veröffentlichung dieses Artikels erfolgt mit freundlicher Genehmigung der
NORDSEE-ZEITUNG.)

News vom 14.01.2019

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