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Wenn das Müllauto summt

Theme/Rubrik: Energie EnergieAnzahl der Kommentare: 0 Beitrag von: Geschäftsstelle Klimastadt Geschäftsstelle Klimastadt

Mobilität, Energie und Ernährung: Zweitägige Messe im Fischereihafen widmet sich Zukunftsthemen

FISCHEREIHAFEN. Welchen Antrieb soll mein nächstes Auto haben? Wie dämme ich das Dach? Ist eine neue Heizung sinnvoll? Diese Fragen beantworteten Fachleute bei den Energietagen im Fischereihafen.

„Viele Besucher der Messe sind ,50 plus‘. Am Sonnabend ist weniger los. Da haben wir Zeit für ausführliche Beratung. Am Sonntag, wenn parallel der Bauernmarkt lockt, wird es bei den 30 Ausstellern richtig voll“, beschreibt Heinfried Becker, Leiter von „Energiekonsens“ und Ausrichter der Messe. „Energiekonsens“ ist die Klimaschutzagentur für Bremen und Bremerhaven.

Becker weiß: Der Bauboom ist auch auf der Messe zu spüren. „Früher waren hier viele Handwerker, die sich präsentiert haben. Jetzt bleiben viele weg, wollen keine Aufträge mehr annehmen, weil sie ausgelastet sind“, beschreibt der Energie-Experte. Auch das Thema Umstellung von L- auf H-Gas beschäftige zunehmend mehr Menschen. „Wir haben dafür die Heizvisite aufgelegt“, erklärt er. Nicht nur das Alter der Heizung, sondern auch die Art der Anschlüsse spielte eine Rolle bei der Umrüstung. Broschüren, Mappen und Gespräche – und Visualisiertes: Das Energiesparhaus führt Johanna Lichtenberg den Besuchern vor. Sparen wollen viele nicht nur im Haus. Es stelle sich die Frage nach Alternativen zum Diesel, so Becker. Das weiß auch Michael Labetzke vom Verein „H2BX – Wasserstoff für die Region Bremerhaven“. „Alle denken bei alternativen Antriebe zuerst ans Auto. Doch eine Brennstoffzelle kann auch in Van Carriern, Schiffen, Züge, städtischen Fahrzeugen und im Haus zur Energieerzeugung eingesetzt werden“, beschreibt er die Vision. In etwa vier Wochen, hofft Labetzke, wird sie ein Stück Realität: Dann rollt ein Müllauto Prototyp leise vom Hof der Bremerhavener BEG. Ein Elektrofahrzeug ohne Abgase, mit Batterie. Das nur leise summt.

Batterien, das sind für die ihn nicht die Lösung, sondern ein erster Schritt. Für weitere Strecken werden Hybride, also ein Antrieb aus Batterie und Brennstoffzelle, benötigt. Ein Prototyp ist zu sehen – und auch mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge: ein Gabelstapler, ein Toyota Mirai und ein Mercedes GLC F-Cell locken Besucher an.

„Leider setzt die Bundespolitik nur auf Batterien“, sagt Labetzke. Umso schöner sei es, dass der Verein, der seit zwei Jahren besteht, bereits 60 Mitglieder hat: von der Privatperson über die Wirtschaftsförderung BIS, die Hochschule bis zu Bremenports. „Wir haben die Chance, Bremerhaven als Klimastadt voranzubringen. Der Strukturwandel ist noch nicht geschafft. Wasserstoff und die Anschlusstechnologie anzusiedeln, wäre eine Chance für die Stadt“, so der stellvertretende Vorsitzende. Die vielen Informationen der Anbieter konnten Besucher am besten mit einem Bummel durch den Hafen, vorbei an Buden mit Leckereien, verdauen. (von Maike Wessolowski)

 

Bildunterzeile: Bremerhavener Energietage im Schaufenster Fischereihafen: Georg Sandkühler von der Firma Faun zeigt eine Brennstoffzelle, welche in dieser Form als Stromerzeuger für Elektro-Abfallentsorgungsfahrzeuge eingesetzt werden kann. (Foto: Hartmann)

 

(Die Veröffentlichung dieses Artikels erfolgt mit freundlicher Genehmigung der NORDSEE-ZEITUNG.)

News vom 10.09.2018

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