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Wie dieses Grün das Klima schützt

Theme/Rubrik: Wasser WasserAnzahl der Kommentare: 0 Beitrag von: Geschäftsstelle Klimastadt Geschäftsstelle Klimastadt

Im Fehrmoor leben einige seltene Pflanzen und Tiere – Es gibt dort Giftschlangen und Frösche, die sich verfärben können

LEHERHEIDE. So einen Ort gibt’s im ganzen Land Bremen nicht noch mal: Das Fehrmoor ist das einzige Hochmoor in dem Bundesland – und nur von Niedersachsen aus zu erreichen. Denn das Gebiet im äußersten Nordosten Bremerhavens ist eine bremische Exklave, hat also keinen direkten Anschluss an den Rest der Seestadt. Die abgelegene Lage lockt einige seltene Tiere und Pflanzen an. Sie bewohnen einen Lebensraum, der überaus lange zum Entstehen gebraucht hat.

„Der Torf hat hier eine Mächtigkeit von etwa 5,80 Meter“, sagt Malte Wördemann, Landschaftsplaner im Umweltschutzamt. „Das ist sehr viel, wenn man bedenkt, dass diese Torfschichten nur um einen oder zwei Millimeter pro Jahr wachsen. Das Fehrmoor ist also schon mehrere Tausend Jahre alt.“ Und für Fußgänger eine echte Wundertüte.

Denn vor keinem Schritt in dem 51 Hektar großen Areal weiß man, wie er enden wird: Mal scheint der weich-feuchte Boden einen förmlich verschlucken zu wollen, so sehr gibt er nach, und mal federt er die Tritte zurück wie ein Trampolin. Für Unbehagen sorgen auch die Moorbewohner, die ständig an einem zerren und zuzeln: die zahlreichen Brombeeren mit ihren Dornenranken und all die blutgierigen Mücken. Diese sind zwar lästig, aber ungefährlich. Ein anderes Tier des Fehrmoors hingegen ist giftig.

Die Kreuzotter, eine von lediglich zwei Giftschlangen, die in Deutschland vorkommen. „Es gibt hier noch weitere Reptilienarten“, sagt Malte Wördemann. „Ringelnattern und Blindschleichen.“ Außerdem beherberge das Fehrmoor das größte Bremerhavener Vorkommen an Moorfröschen. Dieser gefährdete Lurch ist ein echter Verwandlungskünstler.

„Zur Paarungszeit im Frühjahr verfärben sich die Männchen“, erklärt Jörg Reinhold, Abteilungsleiter der Wasserbehörde. „Ihre für gewöhnlich bräunliche Oberseite wird dann blau-violett.“ Malte Wördemann ergänzt, worin die Moorfrösche aufwachsen.

Pfad aus Bohlen ist geplant

„Sie legen ihren Laich in die alten Torfstiche ab, die es hier gibt. Diese Stiche bieten offene Wasserflächen, die im Moor sonst rar sind. Menschlicher Einfluss in die Natur kann also durchaus sein Gutes haben.“ Und einen solchen Einfluss könnte es im Fehrmoor in Zukunft nochmals geben.

„Wir möchten hier einmal einen Pfad aus Bohlen anlegen, um das Moor erlebbar machen zu können“, sagt Wördemann. Doch auch ohne diesen Weg kommen einige Menschen schon jetzt regelmäßig in das Gebiet. „Hier stehen ein gutes Dutzend Wochenendhäuschen“, erläutert Jörg Reinhold. Diese Häuser befinden sich damit am Rande eines überaus wichtigen Klimaschutz-Gebietes.

Malte Wördemann erklärt: „Torfmoore speichern zweimal so viel Kohlenstoff wie die gesamte globale Wald-Biomasse. Außerdem reinigen sie Süßwasser und verringern darüber hinaus die Gefahr von Überflutungen.“

Was das Moor für die Umwelt alles leistet, ist also allemal ein großes Staunen wert. Und insofern zieht einem der Sumpfboden dann nicht nur im wörtlichen Sinne die Schuhe aus. (Von Christopher Beschnitt)

 

Bildunterzeile: So wildromantisch sieht’s im Fehrmoor aus, wenn dort die Abendsonne die Seggen und Birken in ein gleißendes Licht taucht.(Foto Wördemann)

(Die Veröffentlichung dieses Artikels erfolgt mit freundlicher Genehmigung der
NORDSEE-ZEITUNG.)

 

News vom 22.09.2016

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